BBS-Speyer_Inklusion

An der Johann-Joachim-Becher-Schule, der BBS Speyer steht Inklusion hoch im Kurs:
Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen ganz unterschiedlicher Art sind Teil unsers Alltags
geworden und finden dennoch unsere besondere Beachtung.

Wir als Berufsbildende Schule sehen unseren Auftrag darin, jungen Menschen einen Berufs- und/oder Schulabschluss zu ermöglichen und sie zu selbstständigen und selbstbestimmten Personen heranwachsen zu lassen. Die Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigung ist für uns völlig selbstverständlich – sofern dies möglich ist.

Seit über fünf Jahren können ausgewählte Schülerinnen oder Schüler mit geistigen Beeinträchtigungen am Unterricht von Berufsvorbereitungsklassen gemeinsam mit Schülerinnen und Schüler mit und ohne Lernbebeeinträchtigungen teilnehmen. Hier verbessern sie nicht nur ihre Schreib- und Lesefähigkeiten, sondern leisten auch im fachpraktischen Unterricht einen anerkennenden Beitrag für die Schulgemeinschaft. Dazu lernen sie beispielsweise unter Anleitung von Fachpraxis- sowie Förderschullehrerinnen wie Lebensmittel zubereitet werden. Diese sind nicht nur für den eigenen Verzehr gedacht, sondern werden – wie zum Beispiel ein Fitnessbecher, bestehend aus Joghurt, Obst und Müsli oder auch Fair-Trade-Muffins – in den Pausen an Mitschüler und Lehrer verkauft. Im Herbst 2016 wurde sogar ein Schulbistro, das „BechersInn“ eröffnet. Hier bietet das zweite Ausbildungsjahr des BVJ-Inklusionsbildungsgangs einmal in der Woche ein warmes Mittagessen für interessierte Lehrerinnen und Lehrer an.

FairTrade3Bei der Kalkulation und beim Einkauf helfen wiederum Mitschülerinnen und Mitschüler je nach ihren Fähigkeiten. Alle Schülerinnen und Schüler absolvieren ein dreiwöchiges Praktikum. In Ausnahmefällen auch ein fortlaufendes Praktikum an einzelnen Tagen. Es bestehen bereits Kooperationen z.B. mit dem Unternehmen GeWo-Leben. Die BBS Speyer bietet somit beste Voraussetzungen, um auch Schülerinnen und Schüler mit geistiger Beeinträchtigung auf eine begleitete Arbeitsstelle vorzubereiten, die ihnen ein weitgehend selbstbestimmtes und selbstständiges Leben ermöglichen wird.

Da Inklusion für unsere Schule eine Selbstverständlichkeit  ist, ist es für uns Verpflichtung unsere Professionalisierung in diesem Punkt ständig zu verbessern. Auch der Umgang mit Autisten bzw. Schüler mit Asperger-Syndrom ist hier im Hause keine Unbekannte mehr. Mehrere Schüler sind in „normalen“ Klassen inkludiert. Die beteiligten Fachtheorie- und Fachpraxislehrer haben sich umfangreich durch Fortbildungen, besuchte Informationsveranstaltungen und gemeinsamen Teamsitzungen mit den Förderschullehrern und Inklusionshelfern vorbereitet. Der Alltag läuft, alle Beteiligten profitieren von einander. Der Mehraufwand lohnt sich, wenn man das Resultat betrachtet.

In der Berufsschule sind Schülerinnen und Schüler mit ganz unterschiedlichen Beeinträchtigungen selbstverständlich. Beispielhaft sei der Rollstuhlfahrer mit spastischen Lähmungen erwähnt. Er ist in der Lage einen Beruf auszuüben, braucht aber für seine Tätigkeiten mehr Zeit. Dies gilt auch für die Arbeit in der Schule. Seine Mitschülerinnen und Mitschüler lernen die Beeinträchtigung als Teil ihres Alltags zu akzeptieren und geben, wenn notwendig, Hilfestellungen. Die Betroffenen führen ein „normales“ Berufsschülerleben.

Die BBS Speyer geht bei der Einrichtung von Unterstützungsmaßnahmen („Nachteilsausgleich“) „kurze Dienstwege“. Durch die Installation von besonderer Software, der Aufstellung besonderer technischer Hilfsmittel, wie Bildschirme, Tafelkameras oder Scanner können eine Reihe von Beeinträchtigungen ausgeglichen werden. Manchmal ist es „nur“ ein höhenverstellbarer Stuhl, der enorme Verbesserungen bringt.

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Aktion Mensch e.V.  zu „Was ist Inklusion?“