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Fachhochschule oder Universität?

Von David Jaramillo, BOS II, Jan. 2013

 

Mit der Herausgabe der Halbjahreszeugnisse beginnt wieder die Bewerbungszeit.

Der ein oder andere Abiturient wägte schon ab zwischen „Theorie“ oder „Praxis“.

Zwischen Lernen in kleinen oder Lernen in großen Gruppen.

Seit der Bologna Beschlüsse ist es möglich, Bachelor und Masterstudiengänge sowohl an Universitäten, als auch an Fachhochschulen zu studieren.

Doch worin unterscheiden sich die 2 Hochschulformen?

Auf Spurensuche in Deutschlands Hochschulen.

 

Mannheim. Es gibt gerade in letzter Zeit immer mehr Menschen in Deutschland, die sich für ein Studium entscheiden und studieren.

Derzeit haben wir 2.380.974 Studierende insgesamt, und davon hatten 445.320 ihr Studium im Wintersemester 2012/2013 begonnen.

Durch die Bologna Beschlüsse von 1999 wurden systematisch die „alten” Magister und Diplom-Abschlüsse, die eine Dauer von 7-10 Semestern hatten, durch den Bachelor-Abschluss mit einer Dauer von 6-8 Semestern und den Master-Abschluss mit der Dauer von 2-4 Semestern ersetzt.

Studieren sollte zügiger werden.

Ziele waren, international akzeptierte Abschlüsse zu schaffen, die Qualität von Studienangeboten zu verbessern und mehr Beschäftigungsfähigkeit zu vermitteln, um nur einige zu nennen.

Doch welchen Einfluss haben diese Veränderungen auf die Abiturienten, die beispielsweise ihr Abitur im Schwerpunkt Wirtschaft absolviert haben?

Ist denn ein Bachelor Abschluss in BWL an einer FH leichter zu erlangen, als an einer Universität?

Was ist anders im BWL Studium, wenn man die Uni mit der FH vergleichen möchte?

 

Die Universität Mannheim

„Eine strikte Trennung der Abschlüsse nach Hochschulformen, beispielsweise im Studiengang BWL, ist nicht möglich, da durch die Umstellung auf Bachelor und Master für Studierende ein Wechsel des Hochschultyps möglich ist“, so Dipl. Kffr. Nathalie Hirth, Studiengangsmanagerin der Universität Mannheim. „Das Studium an einer Universität ist wissenschaftlicher und theoretischer ausgelegt, während die Fachhochschule eher praxisorientiert ist. Mit einem Universitätsabschluss werden andere Signale gesetzt als mit einem Abschluss einer FH – Signale hinsichtlich des Beherrschens von beispielsweise – abstraktem Denken, Theorien erlernen und Transferieren. In einem Masterstudium wird von den Studierenden ein bestimmtes Grundlagenwissen erwartet, das in einem Bachelorstudium sowohl an der Uni, wie auch an der FH vermittelt wird. An diesem Punkt werden die Bachelorabsolventen dann im Master Studium abgeholt“, betont Frau Hirth.

Hochschule Ludwigshafen am Rhein (ehemalige FH)

An der HS Ludwigshafen ist es ebenso möglich, einen Bachelor in einem  wirtschaftswissenschaftlichen Studiengang zu erlangen, in den Studiengängen Controlling, Betriebswirtschaftliche Steuerlehre und Wirtschaftsprüfung, Logistik, Marketing, um nur einige zu nennen.

Die Fachhochschule geht stärker als die Universität auf die Praxis ein, dies wird durch in das Studium integrierte Praktika, Fallstudien oder Projekte deutlich. Die Gruppen sind häufig kleiner, so sind 25 bis 40 Studierende in einem Semester keine Seltenheit“ sagte Dipl. Handelslehrerin Imke Buß, Leiterin Stabsbereich Studium und Lehre, der Hochschule Ludwigshafen am Rhein.

Die Studierenden der Fachhochschule haben häufig vor dem Studium eine Ausbildung absolviert oder kommen mit einer Fachhochschulreife (12 Jahre Schule, verschiedene Zugänge über die Berufsschule) an die Hochschule.