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Die Faszination der “Mais-Menschen” im Museum Speyer

Wir, die Klasse HBF 2 Fremdsprachen und Bürokommunikation besuchten mit unserer Spanischlehrerin Frau Braun am 22.11.2016 das historische Museum Speyer, um uns die Ausstellung „Mayas“ anzusehen.

Wir trafen um 10.00 am Museum ein. Das Foto seht ihr im Anhang. Unser Führer war Herr Zink, ein Künstler aus Speyer und Experte auf dem Gebiet der präkolumbianischen Kulturen. Er erklärte uns die Geschichte der Maya sogar auf Spanisch. Wir mussten uns sehr konzentrieren, konnten aber fast alles gut verstehen. Schwierigere Passagen bekamen wir aber auch auf Deutsch erklärt.

Zu Beginn informierte uns Herr Zink über die verschiedenen Perioden in  der Geschichte der Maya-Kultur. Sie umfasst einen sehr langen Zeitraum. Nämlich von 2000 v. Chr. bis ca. 900 n.Chr., also ca. 3000 Jahre.  Der Siedlungsraum der Maya erstreckte sich über die Gebiete des heutigen Mexiko (Halbinsel Yukatan im Norden, Chiapas im Süden, Guatemala, Belize sowie Teile von El Salvador und Honduras.)

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Heute leben noch ca. 6 Millionen Menschen vom Volk der Mayas  in diesem Gebiet. Die Mayas bezeichneten sich selbst als Mais-Menschen.  Mais war und ist bis heute die wichtigste Nahrungsquelle der Mayas.

 

 

 

 

Kommunikation in Glyphen

Besonders fasziniert waren wir von der Schrift der Mayas. Sie schrieben mit sogenannten Glyphen.

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Ein Symbol kann für eine Silbe oder einen Gegenstand oder ein Wort sehen. Ein Beispiel seht ihr auch im Anhang.  Die Spanier eroberten Amerika ab ca. 1500 nach Christus. Dabei kamen sie auch in das Gebiet der Mayas.  Als die Spanier in dem Gebiet ankamen, war die große Zeit der Mayas allerdings schon vorbei und die prächtigen Königsstädte wie Tikal und Calakmul schon verlassen. Sie fanden aber viele Mayaschriften, die sie für ein Werk des Teufels hielten, weil sie die Symbole nicht lesen konnten und allerlei gruselige Bilder in den Glyphen vorkommen. Leider verbrannten und vernichteten die Spanier alle Bücher der Mayas und zerstörten auch viele Inschriften an Gebäuden.

Es gibt nur noch 4 Bücher, die in verschiedenen Museen der Welt aufbewahrt werden. Eines davon liegt in Dresden. Ein russischer Wissenschaftler begann in der 1950er Jahren mit der Entschlüsselung der Glyphen. Bis heute kennt man immer noch nicht die Bedeutung aller Glyphen und es gibt wenige Menschen, die die Mayaschrift lesen können.

Wissenschaft und Ideale der Schönheit

Besonders bekannt ist auch das astronomischen und mathematische Wissen der Maya. Sie berechneten die Zeit in einem weltbekannten Kalender. Eigentlich gab es sogar mehrere Kalender, die sich ergänzten.

Das Schönheitsideal der Mayas war gewöhnungsbedürftig: Sie fanden es schön, wenn der Kopf wie ein Maiskolben geformt war. Dazu wurden den Babys Holzplatten an den Kopf gelegt und der Schädel dazwischen eingeklemmt, um die gewünschte Form zu erhalten. Siehe Bilder…

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Opferungen und Schätze

Die Mayas brachten ihren Göttern auch Opfer dar und baten so um wohlergehen für ihr Volk und um gute Ernte. Es gab viele rituelle Handlungen, zum Beispiel wurde Menschen die Zunge durchstoßen, das Blut tropfte auf Papier, dieses wurde dann zu Ehren der Götter verbrannt.

Es handelte sich bei den Mayas nicht um ein einheitliches Königreich, sonders es waren eher Stadt-Königreiche.  Allerdings hatte alle dieselbe Glyphenschrift. Jede Stadt hatte ihren eigenen König. Diese führten vor allem gegen Ende der Maya-Zeit viele Kriege gegeneinander.

Gold kannten die Mayas nicht. Es wurde erst gegen Ende der Maya-Zeit populär.  Sie verwendeten aber wertvolle Edelsteine und Halbedelsteine wie Jade für ihre Schmuckstücke und Ritualgegenstände.

Manchmal werden die Mayas auch die Erfinder des Fußball oder sogar Basketballspiels genannt. Es gab ein rituelles Ballspiel mit einem Ball aus Kautschuk, bei dem der Ball durch einen hoch angebrachten Ring geschossen werden musste. Der Gewinner hatte in einigen Mayastädten die zweifelhafte Ehre, den Göttern geopfert werden zu dürfen.

 

Warum verschwand die Kultur relativ plötzlich?

Das ist leider bis heute noch nicht ganz geklärt. Vermutlich hatte es mit einer großen Trockenheit zu tun, die Ursache für sehr schlechte Ernten war. Es wird vermutet, dass viele Mayas an Hunger starben und auf der Suche nach Nahrung ihre Städte verließen. Es kann auch sein, dass kriegerische Auseinandersetzungen eine der Ursachen waren.

Fazit

Besonders beeindruckt haben uns die Bauwerke der Mayas: viele große Pyramiden, die ohne Hilfe von Lasttieren oder moderner Technik gebaut wurden und heute noch stehen.

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Wir fanden auch die Vielfalt der Farben der Gegenstände beeindruckend. Leider ist davon heute nur noch wenig zu sehen.

Beindruckt von den großen kulturellen Leistungen dieser sehr alten Kultur traten wir dann unseren Rückweg zum Nachmittagsunterricht an. Einen Besuch der Ausstellung können wir nur empfehlen. Die Informationen und Ausstellungsstücke werden sehr anschaulich erklärt!