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Lust auf WG? Das Kinder- und Jugendtheater Speyer gibt Einblicke

„verNETZT“, ein Bühnenstück von Bernd Storff, wurde im Mai 2018 im Kinder- und Jugendtheater Speyer aufgeführt und zeigt, mit welchen Probleme man in einer jungen WG heutzutage rechnen muss. Die BühnenStürmer, eine Theatergruppe bestehend aus Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren, hat sich in dem letzten dreiviertel Jahr mit der sozialkritischen Komödie auseinandergesetzt und unter der Leitung von Christina Beeck geprobt.

Die BF2 HT hat am Dienstag, den 15.5.2018 das Stück besucht und fühlte sich sehr angesprochen und unterhalten.

Zur Handlung: Das Publikum blickt auf eine Mädchen-WG, in der der Müll – hauptsächlich Pizza-Schachteln – überall verteilt auf dem Boden liegt. Insgesamt ist es sehr dreckig. Vier der Verursacherinnen sitzen am Küchentisch und beschäftigen sich jede nach ihren Interessen: Katalogsangebote lesen, sich vom Sport ausruhen, auf dem Laptop ein Videospiel zocken und krank vor sich hin leiden. Eine Mitbewohnerin, die verreist war, fehlt und kommt in dem Moment Heim. Sie ist entsetzt vom Zustand der Wohnung und kündigt nach einem Wutanfall der WG. In der nächsten Zeit wird deutlich, dass niemand Lust hat, am Zustand in der Wohnung etwas zu ändern und jeder nur seinen Vorlieben nachgeht: Sport treiben, Videospiele spielen, sich krank fühlen und um Aufmerksamkeit ringen und shoppen. Da nun das Geld der fünften Mitbewohnerin für die Miete fehlt, beschließen die anderen vier, ein Video online zu stellen, um ihre WG zu präsentieren und nach einer neuen Mitbewohnerin zu suchen. Die Freundin, die gekündigt hat, findet das gar nicht gut, da sie eigentlich wieder zurück will, wenn die anderen nur etwas aufmerksamer werden würden. Sie beschließt die Mädchen von außen zu manipulieren und das Bewerbungsverfahren zu sabotieren.

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So bewerben sich nur noch skurrile Typen auf das freie Zimmer, während die Zuschauer außerdem beobachten können, wie die Bewohnerinnen bei ihren Hobbies und Interessen die Kontrolle verlieren. Dabei sind Kaufsucht, Spielsucht, Egoismus und Einsamkeit in der Gemeinschaft wichtige Themen. Das Ende hat die Autorin bewusst offen gelassen. Es wirkt jedoch so, als habe sich nicht wirklich etwas geändert, trotzdem es einige Aha-Effekte gegeben zu haben scheint.

Der Theatergruppe ist es gelungen, sehr gut die Innen- und Außensicht der Protagonisten darzustellen und abwechslungsreich die Probleme vieler Jugendlicher anzusprechen. Die Darstellerinnen haben überzeugend gespielt und außerdem ist es ihnen gelungen, Identifikationsmöglichkeiten zu schaffen.

 

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