Das Berufsvorbereitungsjahr (BVJ)

Ziel: Das Berufsvorbereitungsjahr soll zu einem Hauptschulabschluss entsprechenden Bildungsstand (Berufsreife) führen, die Ausbildungsbereitschaft und -fähigkeit der Schüler/innen fördern und die Aufnahme eines Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnisses unmittelbar nach Abschluss des Bildungsganges ermöglichen.

Das Berufsvorbereitungsjahr bietet Jugendlichen mit unterschiedlichen Bildungsvoraussetzungen die Möglichkeit, ihre eigenen Fähigkeiten und Berufschancen zu erkennen, Arbeitserfahrungen zu machen, sowie Beratung und persönliche Betreuung zu erfahren.

Das BVJ bietet für Schüler/innen ohne Abschluss und Förderschüler/innen mit Förderschulabschluss die Möglichkeit einen dem Hauptschulabschluss entsprechenden Bildungsstand (Berufsreife) zu erreichen.

Es werden je nach Möglichkeit der Schule pro Klasse mindestens zwei der folgenden verpflichtenden beruflichen Schwerpunkte angeboten:

  • Metalltechnik
  • Holztechnik
  • Ernährung und Hauswirtschaft
  • Gesundheit und Pflege
  • Körperpflege
  • Farbe und Raum
  • Textiltechnik und Bekleidung

Der Besuch des Berufsvorbereitungsjahres ist verpflichtend für Schüler ohne Berufsreife, wenn weder ein Ausbildungs- noch ein Arbeitsverhältnis eingegangen wird.

Dauer: Ein Jahr Vollzeitunterricht. Nach Beendigung des Berufsvorbereitungsjahres besteht keine Verpflichtung zum weiteren Schulbesuch, sofern kein Ausbildungsverhältnis eingegangen wird.

Beginn: Jeweils zum Anfang des neuen Schuljahres.

Unterrichtsfächer:
Kernfächer: Deutsch, Mathematik, Berufsbezogener Unterricht, Fachpraxis
Grundfächer: Sozialkunde/Wirtschaftslehre, Religion, Sport, Leben und Beruf, Englisch, Wahlpflichtunterricht

Frau Gockel auf einem BVJ-Werkstück

Probesitzen auf einer von BVJ-Schülern angefertigten Bank

Anmeldung: Ab Januar bis 30. April (letzter Anmeldetermin!) in der Berufsbildenden Schule Speyer. Die Anmeldung erfolgt online über unser Bewerbungssystem BoB.

Notwendige Unterlagen:

  • Kopie des letzten Schulzeugnisses

Kosten: Es besteht Lernmittelfreiheit, d. h. Lehrbücher werden gestellt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann Ausbildungsbeihilfe nach dem Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG) und Fahrtkostenzuschuss gewährt werden.

 

Inklusives Berufsvorbereitungsjahr

Das inklusive Berufsvorbereitungsjahr (i-BVJ) richtet sich an Schülerinnen und Schüler mit Förderschwerpunkt (ganzheitliche Entwicklung, Lernen, soziale und emotionale Entwicklung) die nach der allgemeinbildenden Schule eine berufliche Orientierung und Vorbereitung benötigen. Ziel ist die möglichst volle Teilhabe am gesellschaftlichen Leben sowie eine angemessene Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Im i-BVJ steht die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Der Unterricht findet in kleinen Klassen statt und ist zieldifferenziert sowie individuell gefördert. Neben allgemeinbildenden Inhalten liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der praktischen Berufsorientierung innerhalb der Schule.

Die Schülerinnen und Schüler erwerben grundlegende Kompetenzen in verschiedenen beruflichen Bereichen, unter anderem in Hauswirtschaft, Holztechnik sowie Farb- und Raumgestaltung. Dabei werden persönliche Stärken, Interessen und Fähigkeiten gezielt gefördert.

Das i-BVJ kann bis zu drei Jahre dauern. Vor Beginn des Bildungsgangs können die Schülerinnen und Schüler die Schule kennenlernen; individuelle Kennenlerntermine sind möglich.

Alle Schülerinnen und Schüler nehmen an allen Leistungsfeststellungen der Klasse teil. Das Anforderungsniveau ist so angepasst, dass individuelle Lernfortschritte sichtbar werden. Neben fachlichen Kompetenzen werden insbesondere soziale Fähigkeiten, das Arbeits- und Lernverhalten, die emotionale Entwicklung sowie die Persönlichkeitsentwicklung gezielt unterstützt.

Am Ende des Bildungsgangs erhalten die Schülerinnen und Schüler ein Abschlusszeugnis der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt ganzheitliche Entwicklung. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Berufsreife erworben werden.